Ergebnisse: Reduktion von Lebensmittelabfällen

Gastgeberin: Mag. Ulrike Stocker (MA 22)

Status Quo
Keiner möchte gerne Lebensmittel wegschmeißen, es passiert aber ständig.
Folgende Überlegungen sollten bei der Beschaffung immer berücksichtigt werden: Wird etwas wirklich benötigt, gibt es Alternativen (z.B. länger haltbare), welche Mengen sind ausreichend?
Die größten Einsparungen kann man bei Planung und Einkauf erzielen. Lebensmittelabfallvermeidung ist in jedem Bereich Thema (Privat, Wirtschaft, Handel,..).

Diskussion
Welche Gründe führen dazu, dass Lebensmittelabfälle anfallen?

  • Keine durchgehende Kommunikationskette (Abfallbeauftragter hat keinen Einfluss, kennt aber die Abfallmengen), Zeitmangel oder fehlendes Know How, Mängel beim Bestellwesen
  • Wohlstandsproblem, zu große Portionsgrößen, Vielfalt reduzieren, Rückmeldung warum etwas weggeworfen wird vom Kunden, Verkostungen, genaue Mengenabschätzung, fehlender sozialer Aspekt beim Essen (Leute, die nicht in der Lage sind zu essen, vorher fragen ob nur eine halbe Portion gewünscht).
  • Hohe Lebensmittelabfallquote im Catering-Bereich!
  • Lebensmittelreste an soziale Einrichtungen weitergeben (sollte zentral organisiert werden) oder für MitarbeiterInnen mitnehmen, problematisch ist auch das übrige Abfallaufkommen zusätzlich zum Lebensmittelabfall (Verpackungen), Aktualisierung der Bestellung, übriggebliebene Speisen aktiv zur Mitnahme anbieten, Organisation der Veranstaltung von ExpertInnen mit Erfahrung.

Handlungen und Lösungsansätze

  • EDV Systemerfassung für bedarfsgerechte Bestellungen im KH-Bereich Problem, da der Pro-Kopf-Bedarf zu hoch angesetzt wird!
  • Zeitmangel als Problem um adäquat zu handeln.
  • Abteilungsübergreifende Koordination (Einkauf, Küche, Abfallwirtschaft koordinieren und absprechen, Kostenrechnung einbeziehen); aus Ökoprofitanalyse Daten vorhanden; Angebot reduzieren.
  • Mediale Präsenz fehlt, benchmarking anstreben, mehr Wert auf Qualität als Quantität legen.
  • Bewusstseinsbildung (z.B. Kinder lernen das Anpflanzen), Informationen über Ressourceneinsatz und Arbeitsaufwand.
  • Maßnahmen, die bereits erarbeitet wurden, sollten überall umgesetzt werden.

Weiterführende Fragestellungen für Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung

  • Weitergabe von Resten von Caterings: müsste zentrale Stelle eingerichtet werden; auch länger haltbare Produkte auswählen und auf sensible verzichten.
  • Ist es möglich in öffentlichen Einrichtungen, im speziellen Kigas, das Essen frisch und bedarfsgerecht zu kochen? Grundgedanke: das Essen könnte eingefroren und wieder verwendet werden.
  • Kann BWare genutzt werden oder marktfähig gemacht werden? Urbane Selbsterntefelder für Gemüse nach dem Konzept von Blumenselbsterntefelder? Bewusstseinsbildung in Kindergärten durch Selbstanbau, Selbsternte,..?
  • Kann die öffentliche Beschaffung B-Ware nutzen, vor allem Produkte die weiterverarbeitet werden? Optimale Lagerhaltung, Verlängerung der MHD? Aufklärungsarbeit über längere Anwendung von Lebensmitteln auch nach Überschreitung des MHD?

Netzwerke und Schlüssel-AkteurInnen

1. Diskussion:
KIGAS, soziale Einrichtungen, öffentliche Einrichtungen (Pensionisten-Wohnhäuser und
Krankenanstalten), zentrale Beschaffung über MA 54, regionale Netzwerke nutzen, um lange Anlieferungen zu meiden,..; Kooperationen mit Gärtnereien, landwirtschaftlichen Betrieben,..; Kleinkinder als Zielgruppe für Bewusstseinsbildungsprojekte; PädagogInnen als Multiplikatoren

2. Diskussion:
politische Diskussion und Problembehandlung erforderlich, grundsätzliche Vorgaben gewünscht von Umweltstadträtin Sima, mediale Aufmerksamkeit schaffen, top-down Strategien fixieren; Wert der Lebensmittel muss gesteigert werden (Fleisch ist billiger als Katzenfutter); regional und saisonal -> Hintergrund: Lebensmittel sind haltbarer

Zuletzt geändert: Tuesday, 25. November 2014, 13:00