Ergebnisse: Ö̈kologische Objekt- und Grünraumplanung - best practice

Gastgeberin: Mag. Judith Palatin (Institut für Industrielle Ökologie an der NÖ Landesakademie)

Status Quo

Welche Nachhaltigkeits-Checks sind in Verwendung oder bekannt und werden wo (Phase, Projekte) eingesetzt, wo liegen deren Rahmenbedingungen/Hemmnisse?

Ausgangssituation der Diskussion/Input:

  • Effektivität und Effizienz, Wechselwirkungen betrachten, Blick auf das Ganze (Idee bis Evaluation) - Wo setze ich an? Je früher die Verankerung (Leitidee), desto mehr kann ich aus einem Projekt herausholen.
  • Es existieren unterschiedliche Ansätze von Nachhaltigkeits-Checks. Nachhaltigkeits-Checkplanung (Evaluationstool) für Planungsbereich/Baubeschaffungen; da das Gesamtspektrum betrachtet wird - neuer Ansatz im Gegensatz zu bestehenden Checks für den Hochbau.

Wichtigster Ansatz:

  • Ausgewogenheit der Dimensionen der Nachhaltigkeit/vernetztes Denken. Soll verpflichtend im Oberschwellenbereich in NÖ eingesetzt werden als Evaluationstool.

Weiteres:

  • Bauvorhaben wird auf Nachhaltigkeit hin ausgerichtet. Kommunikation der Beteiligten schafft gemeinsames Bild (Prioritätensetzung, Zielsetzung, Bewertung, Analyse, Beschlussfassung). In der Projektentwicklung (vor dem Wettbewerb)? Sinn auch schon in der Leitbildentwicklung?
  • Nutzen für Projekte (Stadion St.Pölten; Pflegeheim Wolkersdorf,...) z.B. bedarfsgerechte Planung, Nutzung vorhandener Ressourcen z.B. Brunnen; Verbesserung der Anbindung, Synergien, Nutzung, entstehen von Innovationen im Prozess, Reduktion von Kosten, Vernetzung und Kommunikation, Vermeidung von Planungsfehlern, Rechtssicherheit, Visualisierung, Lebenszyklusbetrachtungen,...
  • Zusammenwirkung von Hochbau und Freiräumen z.B. Krankenhaus Nord (Trinkwassermanagement,... bis Bauwerk, soziale Komponenten (Aufenthaltsqualität) - noch zu sehr in der Pilotphase, deshalb Anwendung von N-Checks in Planungsphasen!
  • Ansätze sind vorhanden z.B. in verschiedenen Programmen: Ökokauf, Stadtentwicklungsplan, Leitbilder; Regenwassermanagement.
    Synergien z.B. mit Kanalbetreiber - wo sind die Partner wichtig, Krankenhaus Nord - keine Verursachung von Mehrkosten verursacht, weil von Anfang an mitgedacht z.B. Regenwassermanagement (kann man im Nachhinein nicht mehr machen) - in dem Fall ein Pilot mit Workshops zu den wichtigsten Themen und bis zur Umsetzung gegangen ist.
  • Relation zum Projekt schaut der Aufwand groß aus; - geht nicht automatisch bei jedem Projekt vor allem wegen Zeitgründen - braucht ein Instrument, das auf alle zugreift, aber auch relativ schnell einen generellen Check bzw. Überblick gibt.
  • -> das kann der Nachhaltigkeits-Check; Parallelen zur Charta vorhanden - Implementierung in allen Hochbauprojekten
  • Charta: ein ganztägiger Workshop, Inputs von Verantwortlichen ernst genommen und in die Bauplanung integriert (Sammlung war eine eintägige Input Sitzung, Abteilungsübergreifend), eigentlich sehr ressourceneffizienter Ablauf; Vorteil für große Projekte.
  • Bauwerksbegrünungen: Mikroklimatische Verbesserungen, Betriebskosteneinsparung ... Green for cities (Jungunternehmen)
  • Wie wird sichergestellt, dass die Planungsziele auch in die Ausführung gelangen und auch weiter erhalten werden? Qualitätskontrolle für die weiteren Prozesse, damit auch der Gedanke bis in die Ausführung getragen wird? Krankenhaus Nord war jemand dahinter, oder braucht man ein System?
  • Vorgaben, die von außen kommen: Viele Anträge für Förderungen, dann kommen die Anforderungen, es muss sehr viel beachtet werden, was wird wirklich gemacht? Woran scheitert die Umsetzung? Was wurde am Ende wirklich gefördert?
  • Konkrete Forderung: Fassadenbegrünung im öffentlichen Raum vorsehen und ermöglichen (einen Meter freilasssen) betrifft mehrere Personen bis zum Brandschutz, MA 34, MA 36, Flächenwidmung,....
  • Alte Vorurteile z.B. Fassenbegrünung: Schäden an Gebäuden, Putz der Fassade löst sich ab (hätte sich auch ohne Efeu abgelöst weil noch aus der Vorkriegszeit) - von da entstehen Vorurteile gegen Fassadenbegrünung, wird mit radikalem Rückschnitt oft gekontert - Sanierung und Erhalt des Bestandes - Prozessmanagement!
  • Wiener Wohnen: Fassadenbegrünungen mangels Fördergelder gestrichen, Grünanlage oft Grund für Budgetüberschreitung; - Förderungen der Begrünung - Mehr Wertigkeit, oft wird nicht mal nach der Baustelle wieder hergestellt; Haus dann verschuldet nach Bauvorhaben - dadurch keine Möglichkeit für Grünplanungen.
  • Forderung: Aufnahme der Grünanlagen in die Fördergelder in den FFG! Soziale Aspekte Mieter werden nur informiert, wenig Mitspracherecht.
  • Wohnbausanierung wäre spannendes Pilotprojekt! In wieweit ist die Finanzierung ein Problem? Grünanlagen machen ein Projekt besser kommunizierbar, Lebensqualität, Immobilienpreis. 

Gewerke:

  • Slowenien z.B. Fussballarena, gibt es Netzwerke mit angrenzenden Ländern. Eurocitynetwork, Arbeitsgruppe - Green Cities - how to help make cities green? Gute Möglichkeit, um Wissen auszutauschen. Jahresberichte, diese Prozesse sind noch eher am Anfang.

Forderung:

  • Interdisziplinäre Zusammensetzung unabhängiger Normungsgruppen! In der Arbeitsgruppe 75% im Komitee einstimmig.
    • v.a. bei Grünraumplanungsnormen von sechs nur drei erschienen, weil keine Einigung erzielt wurde, obwohl die Arbeitsgruppen ausgearbeitet haben.

Handlungen und Lösungsansätze der Nachhaltigkeits-Checks

  • Die Projektleitung muss dahinter sein (z.B. AKH Nord) als Erfolgsfaktor.
  • Gewinn liegt in der ganzheitlichen Betrachtung (auch Wissen aller Beteiligten, Expertise liegt erfahrungsgemäß bei den Einzelnen - Mehrwert)

Zukunft:

  • Grüne Fassade aber auch sehr viel Metallkonstruktion
    • Zeitpunkt? Ganz am Anfang ansetzten? z.B. Seestadt Aspern - Nachhaltikgeit kommt in den Schlussüberlegungen - Befürchtung des Mehraufwandes,  welche Eckdaten müssen bekannt sein?

Weiterführende und neue Fragestellungen für Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung

  • Was wird gebraucht, kann beitragen, mögliche und notwendige Weiterentwicklungen (konkrete Forderungen)
  • Fragen/Hemmnisse
  • Wer muss das machen? - optimal Externer mit Expertise
    Eigentlich nicht ressourcenintensiv (Bsp. Krankenhaus Nord - eine Person, ein ganzer Tag) -> Mehrwert überwiegt
  • Im Moment geht es um Einzelwerte, Budget streicht meist die Grünprojekte, für Sanierung sinnvoll um Sanierung als Gesamtprojekt nachhaltig zu beleuchten.
  • Ansatz: Kommunikation zwischen Erhalter und Errichter.
  • Problem: Förderungen engen Projekt sehr ein.
  • Früher Nachhaltigkeitscheck implementieren - heißt auch früher kommunizieren. Neue Orientierung, Evaluation, früher Input und Einfluss v.a. im Baubereich je früher desto besser.

Netzwerke und Schlüssel-AkteurInnen

  • Bauherr
  • Jeder einzelne Betroffene
  • Die Kette bis zum Nutzer auch Erhaltung und Betreuung bis zum Abbruch.
Zuletzt geändert: Tuesday, 25. November 2014, 23:56